Porträt-von-Nava-Ebrahim-ausgezeichnet-mit-dem-Ingeborg-bachmann-preis-2021i

Nach einer Stichwahl wurde der diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preis, der mit 25.000 Euro dotiert ist, an die Schriftstellerin Nava Ebrahimi (42) verliehen. In seiner Laudatio sagte der österreichische Germanist und Literaturkritiker, Klaus Kastberger, dass ihr Text „Der Cousin“, der komplexeste sei, den er von der Autorin kenne. Nava Ebrahimi zeige, was es bedeutet, in kulturellen Überlappungsbereichen zu schreiben – im Iran geboren, in Deutschland aufgewachsen, lebt in Graz, das sage sich so leicht. Er führte aus, dass gerade die  Literatur Möglichkeiten biete, die in Gesellschaften nicht so ohne weiteres möglich seien, sie gebe Raum, auch von persönlichem Leid zu berichten.
Nava Ebrahimi, die an der Preisvergabe nicht teilnehmen konnte, aber live zugeschaltet war, bedankte sich für die Möglichkeit, etwas sagen zu können, doch dann fehlten ihr die Worte vor Rührung.
Bereits für ihren ersten Roman „Sechzehn Wörter“ wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner Stadtrevue. Sie war Finalistin des Open Mike und Teilnehmerin an der Bayerischen Akademie des Schreibens. Heute lebt Nava Ebrahimi mit ihrer Familie in Graz.