Zwei Veranstaltungen am Samstag, 31.01.2026 bilden den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Denken ohne Geländer“
„Auf den Spuren der Täter“ und „Gespräch & Swing mit Andrej Hermlin“
Aufgrund der Wetterverhältnisse wird ein Stadtspaziergang anstelle der Fahrradtour „Auf den Spuren der Täter“ angeboten. Der zeitliche Umfang von etwa zwei Stunden bleibt gleich, da weniger Stationen besucht werden. Treffpunkt bleibt das Uenglinger Tor in Stendal, Beginn des Stadtspaziergangs ist 14 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die systematische Entrechtung, Ausgrenzung und Ermordung von Jüdinnen und Juden sowie anderer Opfer des NS-Systems gelang durch die tatkräftige Mithilfe von Nachbarn, Sicherheitsbehörden und der kommunalen Verwaltung. Die Geschichte der Täter ist auch in Stendal noch sehr unerforscht. Der Stadtspaziergang mit der Geschichtswerkstatt Stendal e.V. führt zu Orten des Unrechts: die Machtzentralen der NSDAP, zerstörte oder enteignete jüdische Geschäfte, Propagandaorte, Nutznießer der Zwangsarbeit sowie Stätten der Kriegsmaschinerie.
Um 19.30 Uhr findet dann in der Katharinenkirche Stendal das Gespräch von Regisseur und Schauspieler Marcus Kaloff mit dem Musiker und Zeitzeugen jüdischen Lebens in der DDR Andrej Hermlin statt. Der Einlass ist ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei, Reservierungen werden aber empfohlen.
Als Musiker ist Andrej Hermlin eine internationale Kapazität im Bereich des Swing. Mit seinem Swing Dance Orchestra feiert er im In- und Ausland Erfolge. Daneben ist Hermlin aber auch ein genauer Beobachter politischer Entwicklungen.

Treffpunkt zum Stadtspaziergang ist um 14 Uhr am Uenglinger Tor.©ik
AUF DEN SPUREN DER TÄTER
Zu Orten des Unrechts in Stendal während des Nationalsozialismus führt am Sonnabend, 31. Januar, ein Stadtspaziergang mit der Geschichtswerkstatt. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Uenglinger Tor.
Die ursprünglich geplante Route – der Stadtspaziergang wird der Witterung und dem zeitlichen Umfang von zwei Stunden angepasst – beinhaltet u.a. das ehemalige Kasernengelände an der Scharnhorststraße (Justizzentrum „Albrecht der Bär“) als Standort der Wehrmacht nach der Machtübernahme 1933, den Stadtsee als Propagandaobjekt in der NS-Zeit, „arisierte“ Wohn- und Geschäftshäuser jüdischer Menschen in der Frommhagenstraße und den Platz am Ostwall, wo in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 die Synagoge in Flammen stand. Auch der Marktplatz, wo die NSDAP an der Ecke Brüderstraße (heute Stadthaus 2) ihre Machtzentrale hatte und der Hauptbahnhof als Ort der Verschleppung jüdischer Menschen gehören zu den Stationen. Vor dem RAW-Gebäude am Nachtigalplatz wird Zwangsarbeit thematisiert.
Jacob Beuchel von der Geschichtswerkstatt Stendal e.V. vermittelt während der Tour zahlreiche Informationen zu diesem Teil der städtischen Geschichte. Auch in Stendal gelang die systematische Entrechtung, Ausgrenzung und Ermordung von Juden und Jüdinnen sowie anderer Opfer des NS-Systems durch die tatkräftige Mithilfe von Nachbarn, Sicherheitsbehörden und die kommunale Verwaltung. Die Geschichtswerkstatt widmet sich den Schicksalen jüdischer Menschen in Stendal und verfolgt die Spuren der Täter.
Der Stadtspaziergang im Rahmen der Aktionswoche „Denken ohne Geländer« dauert etwa zwei Stunden. An wetterfeste und warme Kleidung denken!
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