Woanders – Berliner Künstlerin vertont Thomas Brasch

 

Konzertprogramm mit Masha Qrella in der Stendaler Katharinenkirche

 

 

Dienstag, 20.1.2026, ist um 19 Uhr in der Katharinenkirche Stendal das Konzert

WOANDERS – MASHA QRELLA VERTONT THOMAS BRASCH

Einlass ab 18 Uhr. Eintritt frei. Reservierung empfohlen über Altmärkisches Museum / Musikforum 03931 – 65 17 01, musikforum@stendal.de und die Tourist-Information am Markt, 03931 – 65 11 90, touristinfo@stendal.de.

Möglich macht das die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Denken ohne Geländer“ (www.denken-ohne-gelaender.de).

„Denken ohne Geländer“ wird von der Hochschule Magdeburg-Stendal, dem Theater der Altmark und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt veranstaltet und aus dem Landesprogramm „Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit“ Sachsen-Anhalt gefördert. Projektträgerin ist die Freiwilligen-Agentur Altmark e.V.

Porträt Masha Qrella © Claudia Rorarius

„Wer sind wir eigentlich noch?“, fragte der Schriftsteller Thomas Brasch und Masha Qrella singt diese Zeilen. Die Berliner Künstlerin vertont Texte des Dichters und Regisseurs, der 1945 als Sohn jüdischer Emigranten in England geboren wurde, in der DDR aufwuchs und später zu einer der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Nachkriegsliteratur wurde. Masha Qrella singt im für sie typischen Inditronica-Postrock-Sound. 

Im musikalischen Zwiegespräch begibt sie sich auf die Suche nach Woanders, dem Ort, den Thomas Brasch als „Bleiben, wo ich nie gewesen bin“ herbeigesehnt hat. Dabei stehen Braschs Texte in mehreren „Seinszuständen“ nebeneinander: als von Qrella gesprochenes Zitat, als von ihr und Andreas Bonkowski vertonte Lyrik oder als Originalton Braschs aus dem Archiv. Diese Mischform aus Konzert, den live gespielten Songs, und Versatzstücken aus Interviews, Gedichten und Materialskizzen gibt einen Einblick in den Entstehungsprozess von Woanders und gibt den Sätzen Raum – Raum, den Lyrik kaum je zugesprochen bekommt. Die Sätze hallen keineswegs wie Relikte aus einer fernen Vergangenheit nach, sondern treffen mit den Sounds der Berliner Sängerin und Musikerin auf verblüffend geschmeidige Weise mitten hinein in gegenwärtige Befindlichkeiten und gesellschaftspolitische Fragestellungen. 

„Es ist beeindruckend und sehr berührend, wie sich Masha Qrella die Texte von Thomas Brasch zu eigen macht, ohne den Anspruch zu erheben, sie besitzen zu wollen. Sie tut das sehr lässig und dennoch mit großer Tiefe. Die Geschichte, zu der sie die Texte meines Bruders verwebt, und die Musik, in die sie sie legt, lassen viel Raum für eigene Projektion und Assoziation“, sagt Marion Brasch über das Programm, das am 20. Januar um 19 Uhr in der Stendaler Katharinenkirche auf die Bühne kommt.

Masha Qrella, geboren in Ost-Berlin. Von Post- und Krautrock über amerikanische Klassiker bis zu Singer-Songwriter-Alben, von TV- und Filmmusik bis zu Literaturvertonungen: Seit 2002 veröffentlicht die vielseitige Künstlerin Soloalben, die weltweit Beachtung finden, komponiert für Film, Theater und Hörspiel und lizenziert ihre Musik unter anderem für US-Serien wie Grey’s Anatomy. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in Berlin.