
Nelka
Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.
Suhrkamp Verlag
1. Auflage
Erscheinungstermin: 17.02.2026
Seitenzahl: 200 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-518-43276-1
Preis: 24 Euro
Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und 2021 Kazimira. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.
Auszeichnungen
Bonner Stadtschreiberin 2025
Johann‐Friedrich‐von‐Cotta‐Literatur‐ und Übersetzungspreis 2023
»Text & Sprache« 2019 (Shortlist)
Alfred-Döblin-Preis 2019 (Shortlist)
Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2015
Kulturpreis für »Neue Prosa« 2014
Alfred-Döbin-Preis 2013 (Shortlist)
Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2011 (Shortlist)
Werner Bergengruen-Preis 2009
Kranichsteiner Literaturförderpreis 2007
Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2006