Preis der Leipziger Buchmesse 2026 für Goldstrand

Der Belletristik-Preis  der Leipziger Buchmesse 2026 ging an Katerina Poladjan mit ihrem Roman Goldstrand.

Aus der Begründung der Jury: „Filmregisseur Eli lebt in einer bröckelnden römischen Villa, auf dem Sofa seiner Psychoanalytikerin schwelgt er in seinen Lebenserinnerungen; erzählt von den architektonischen Utopien seines Vaters in Bulgarien, von Schwiegereltern mit fragwürdiger Vergangenheit und von seiner Tochter, die von all dem nichts wissen will. Katerina Poladjans Roman ist ein Abgesang auf Europa als Kontinent der glamourösen Dichter und Denker – und erzählt uns mit einer leichten wie abgründigen Sprache von einem Mann, der sich auf einen Abschied vorbereitet und selbst noch nicht weiß, wohin ihn die Reise führt.“ Dabei zeigt sie „wie eine Biografie aus Selbstbefragung und Erfindung, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz entsteht.“

Die Autorin Katerina Poladjan ging in ihrer Dankesrede auf die derzeitige Gereiztheit ein, aber auch auf die derzeitige Kontroverse um den Deutschen Buchhandlungspreis. „Es kommen dunkle Erinnerungen an eine erstickende Atmosphäre der Unsicherheit und Ohnmacht hoch“, sagte sie.

Gewürdigt wurde Katerina Polodjan für ihr federleichtes Erzählen, ihre unangestrengte Sprache. Der Roman könnte nicht gegenwärtiger sein, es sei ein kluger wie witziger Roman so Tilman Spreckelsen in der Laudatio.

Goldstrand

Eine baufällige Villa in Rom, eine rätselhafte Dottoressa, ein Mann auf der Couch erzählt um sein Leben: In ihrem neuen Roman Goldstrand fügt Katerina Poladjan Splitter des alten Europas zu einem heiter-melancholischen Bild der Gegenwart.

An der bulgarischen Schwarzmeerküste entsteht in den 1950er Jahren ein Ferienort: Goldstrand, geplant als Platz an der Sonne für alle. Auf der Baustelle wird Eli gezeugt. Sechzig Jahre später hat er seine größten Erfolge als Filmregisseur längst gefeiert und liegt auf der Couch seiner Dottoressa in Rom. Er mutmaßt und fabuliert seine Familiengeschichte, die durch ein ganzes Jahrhundert und quer über den europäischen Kontinent führt, von Odessa über Konstantinopel und Warna in Bulgarien bis nach Rom.

  • Verlag: S. FISCHER
  • Erscheinungstermin: 27.08.2025
  • Preis: 22 Euro
  • ISBN: 978-3-10-397176-7
  • 160 Seiten

Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland. Sie schreibt Theatertexte und Essays. Für Hier sind Löwen erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und von der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit Zukunftsmusik stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022. 2025 erhielt sie den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds.

Sie erhielt für ihre Werke  auch vor dem Preis der Leipziger Buchmesse 2026 für Goldstrand schon einige Literaturpreise:
– Marie-Luise-Kaschnitz-Preis 2026
– Großer Preis des Deutschen Literaturfonds 2025
– Trophée Littéraire des Nouvelles d’Arménie 2023 (für die französischsprachige Ausgabe von »Hier sind Löwen«)
– Rheingau Literatur Preis 2022
– Chamisso-Preis Dresden 2022
– Nelly-Sachs-Preis 2021
– Alfred-Döblin-Stipendium 2019
– Stipendium Deutscher Literaturfonds 2016/2017
– Residenzstipendium Kulturakademie Tarabya Istanbul 2016
– Stipendium der Stiftung Preussische Seehandlung 2016
– Shortlist für den European Union Prize for Literature 2016
– Nominierung für den Alfred-Döblin-Preis 2015
– Literaturpreis »Der kleine Hai« der Buchhandlung Wist, Potsdam 2015
– Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015
– Senatsstipendium der Stadt Berlin 2015
– Alfred-Döblin-Stipendium 2014
– Grenzgänger Stipendium der Robert Bosch Stiftung 2014
– Stipendium der Neuen Gesellschaft für Literatur 2003