Französisch-britischer Jurist und Autor Philippe Sands erhält Friedenspreis

 

Der Menschenrechtsanwalt setzt sich für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein

 

 

Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Sie ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen. Der Verein vergibt den Preis seit 1950. Die Ehrung wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht, die in diesem Jahr Mitte Oktober stattfindet.

 

„Als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit" setze sich Sands für Gerechtigkeit, Frieden „und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein", heißt es zur Begründung. Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeige entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden sei und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen „Genozid" und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit" stünden.

In seinem literarischen Werk blickt Philippe Sands sowohl auf die Motive der Täter als auch auf das Leid und die Leben der Opfer. Durch seine Darstellung erhält sie nach Ansicht des Stiftungsrats „eine Stimme und erfahren Respekt".

Philippe Sands, geboren 1960 in London, ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte als Menschenrechtsanwalt an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. Neben der Veröffentlichung juristischer Fachbücher und Aufsätze ist Philippe Sands seit 2016 auch als literarischer Sachbuchautor tätig.

Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, in der Frankfurter Paulskirche statt.