Interview mit Ken Follett

Ken Follett

 

„Die Idee zu Never kam mir vor 10 Jahren“

 

Gemeinsam mit seinem Fotografen Olivier Favre, der das Copyright an allen hier gezeigten Bildern hat, besuchte Ken Follett den geheimen Atombunker von Kelvedon Hatch, in the Borough of Brentwood in der englischen Grafschaft Essex. Es ist ein großer unterirdischer Bunker, der während des Kalten Krieges als potenzieller regionaler Regierungssitz betrieben wurde. Seit seiner Stilllegung im Jahr 1992 ist der Bunker als Touristenattraktion mit einem Museum zur Geschichte des Kalten Krieges für die Öffentlichkeit zugänglich. Foto/ Copyright: Olivier Favre

Ken Follett – was für ein klangvoller Name in der Belletristik-Welt. 36 Bücher, alle mittlerweile Welterfolge. Und jetzt das neue Buch. Mit einem Thema, das wohl kaum jemand von dem Schreiber faszinierender historischer Romane oder Agentengeschichten erwartet hatte.
Apropos „Agentenstorys“ – meine erste Begegnung mit Ken Follett hatte ich 1981 als die Verfilmung seines Spionagethrillers „Die Nadel“ in die Kinos kam. Ich war begeistert und habe nach dem Film mit Donald Sutherland in der Hauptrolle gleich noch einmal das Buch von Ken Follett gelesen.
Seitdem habe ich jedes Buch von ihm verschlungen. Natürlich war „Die Säulen der Erde“ für mich ein absoluter Höhepunkt, bestimmt viermal habe ich die Geschichte von Baumeister Tom mit wachsender Begeisterung. Auch die Folgebände, die ich allerdings im Vergleich zum ersten Band nicht ganz so gelungen fand. Band vier allerdings – die Geschichte wie Kingsbridge überhaupt entstand – war wieder spitze.
Ebenso seine Jahrhundertsaga über die Zeit vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer 1989, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert hat.
„Warum?“, werden vielleicht viele fragen, „Ken Follett schreibt doch nichts, was hängen bleibt.“ Das sehe ich anders und erkläre gern die Gründe.
1. Ken Follett schreibt realistisch. Logisch, auch er schmückt Szenen gern aus, schreibt aber liebevoll wie ein Maler, der jeden Strich setzt, bis ins kleinste Detail. Und wenn auf ein gesticktes Stofftaschentuch noch ein Monogramm gehört, schreibt Ken Follett es dahin.
2. Ken Folletts Bücher machen Lust zum Nachrecherchieren. Dies fiel mir besonders bei den Kingsbridge-Büchern auf. Sicher, ich bin Journalist und habe Recherchieren gelernt. Doch, sich auf die Spuren von Baumeister Tom und seiner Zeit zu begeben, hatte schon eine ganz andere Qualität und ich habe sehr viel gelernt.
3. Ken Follett sucht sich immer Themen, die auf den ersten Anblick  nicht gerade prickelnd erscheinen. Der Bau einer Kathedrale? Was soll daran schon interessant sein, außer für Maurer?  Der dritte Zwilling? Das geht doch gar nicht. Aber, Folletts Themen und Geschichten entwickeln eine Eigendynamik, der sich eigentlich kaum ein Leser entziehen kann.
Kurz und gut: Die Bücher von Ken Follett nehmen viel Platz in meinem Bücherregal ein.
Kein Wunder also, dass ich den in Wales geborenen Briten unbedingt kennenlernen und interviewen wollte. Dass dies – Corona bedingt – nicht persönlich möglich war, hat mich traurig gestimmt. Nur, es war eben nicht zu ändern.
Aber ein Telefontermin klappte.
Am 1. November rief ich pünktlich um 15.45 Uhr im Büro des Schriftstellers an, wurde von einer freundlichen Stimme durchgestellt und dann ertönte ein leises, aber sehr freundliches „Hello Thomas, let’s talk about my new book“, aus der Muschel. Schade war nur, dass die Verbindung über den Kanal zur britischen Insel sehr schlecht war. Mal knackte und rauschte es. Dann wieder Totenstille. Dazu kam, wie es sich für einen britischen Gentleman geziemt, sprach Ken Follett nicht sehr laut, sondern eher vornehm zurückhaltend. Dennoch erfuhr ich viel Interessantes und Lehrreiches über sein neues Buch Never – Die letzte Entscheidung und seine Ansichten über Politiker, Hoffnung und seine Sorgen.
Über 30 Minuten dauerte unser Gespräch, das Sie nun lesen können.
Ich hoffe, es gefällt Ihnen.

Der „The Reform Club“ ist ein traditioneller britischer Club auf der Südseite der Pall Mall (Hausnummer 104) im Zentrum von London.
In Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ ist die Hauptfigur Phileas Fogg ein Mitglied und beginnt und beendet seine Reise im The Reform Club. Michael Palin begann seine von der BBC produzierte Reisedokumentation „In 80 Tagen um die Welt“ (Auf den Spuren von Phileas Fogg) ebenfalls im The Reform Club. Bei seiner Rückkehr 80 Tage später, wurde dem TV-Team aber der erneute Zutritt in den Club untersagt.
Der Club wurde für die Filme „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ und „Paddington“ als Drehort verwendet.
Winston Churchill war ebenso Mitglied im The Reform Club wie H.G. Wells oder eben Ken Follett. Foto/Copyright: Olivier Favre

Mr. Follett, vor gut einem Jahr erschien „Kingsbridge – der Morgen einer neuen Zeit“, jetzt liegt bereits wieder ein Roman von Ihnen im Buchhandel: „Never – die letzte Entscheidung“. Das ist bei Ihnen doch eigentlich unüblich…
Ken Follett (lacht): …ich habe die Corona-Pandemie genutzt und mehr geschrieben als sonst. Besonders bei der Überarbeitung des Manuskripts habe ich mir sehr viel mehr Zeit genommen und alles noch gründlicher überprüft als unter normalen Bedingungen. Ich glaube, das merkt der Leser dem Buch auch an. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass es am Ende ein besseres Buch geworden ist.

Erzählen Sie uns, wie Ihr Arbeitstag aussieht.
Gern. Ich sitze jeden Morgen pünktlich um sechs Uhr an meinem Schreibtisch, den ich mir vor 21 Jahren habe anfertigen lassen und beginne zu schreiben. Um neun Uhr mache ich eine ausgedehnte Frühstückspause und um 13 Uhr ist Lunchtime. Spätestens um 16 Uhr mache ich Feierabend und kümmere mich um andere Dinge, wie das Bearbeiten von Fanpost oder andere Büroarbeiten.

Schreiben Sie noch mit einem Füller?
Oh nein, ich arbeite natürlich auch am Computer. Vor mir stehen drei große Bildschirme. Auf dem linken Monitor sehe ich die Gliederung des Romans. Auf dem mittleren schreibe ich, und ganz rechts sind alle handelnden Personen, ihr Aussehen und ihre Eigenschaften aufgeführt. So verliere ich nie den Überblick.

Für viele Deutsche sind Sie der Inbegriff des britischen Gentlemans. Sitzen Sie im Anzug am Schreibtisch?
Oh, nein. Jetzt gerade trage ich zwei ältere Pullis übereinander, weil es bei uns so kalt ist. Dazu Jeans und braune Stiefel. Völlig normal also.

 Wann haben Sie mit Never begonnen?
Geschrieben habe ich das Buch in 18 Monaten. Aber das Thema treibt mich schon sehr viel länger um – seit meinen Recherchen für „Sturz der Titanen“ (Teil eins der Jahrhundertsaga-Trilogie). Also länger als zehn Jahre.

 Das erklären Sie bitte.
Also, ich habe damals festgestellt, dass tatsächlich niemand den Ersten Weltkrieg gewollt hat. Keine Seite, kein politischer Herrscher wollte eigentlich einen derartigen Konflikt …

 Wer zum Beispiel?
Der österreichische Kaiser. Er wollte nur die Auseinandersetzung mit Serbien. Auch der deutsche Kaiser dachte nie an einen Weltkrieg. England, Frankreich oder Russland ebenso wenig. Entsprechend trafen die Monarchen und Staatschefs ihre Entscheidungen. Auf ihr Land und ihre Ansichten bezogen, waren das sogar nachvollziehbare Entscheidungen…

Aber…?
das Problem war, dass jede dieser Entscheidung, die Menschen näher an die schrecklichste Katastrophe brachte, die die Welt je erlebt hatte: Den Ersten Weltkrieg mit über 17 Millionen Toten. Ich glaube fest daran, dass der Erste Weltkrieg tatsächlich ein Unfall war. Und ich habe mich seitdem immer wieder gefragt, ob so etwas wieder passieren könnte.

Auch Fiktionen können Wirklichkeit werden!

Planspiele auf einer durchsichtigen Karte von Großbritannien im Bunker Kelvedon Hatch. Er wurde 1952-53 als Teil von ROTOR gebaut. ROTOR war ein Programm zur Verbesserung und Stärkung des britischen Luftverteidigungsnetzes. Es wurde von Peter Lind & Company aus London gebaut. Der Bunker war ein Sector Operations Center (SOC) für das RAF Fighter Command. Es sollte das Kommando und die Kontrolle über den Londoner Sektor des Fighter Command übernehmen. Foto/Copyright: Olivier Favre

Das also ist die Grundidee für Ihren neuen Roman?
So kann man es sagen.

Müssen wir uns damit abfinden, dass Kriege mittlerweile Alltag sind?
Auf gar keinen Fall. Ja, es gibt Kriege, die herbeigeführt wurden. Napoleon Bonaparte wollte Krieg. Er konnte ja nichts anderes. Also legte er es auf kriegerische Auseinandersetzungen an. Auch Adolf Hitler war ein wahnsinniger Kriegstreiber. Aber ich bin davon überzeugt, dass die meisten Staatsoberhäupter verantwortungsvoll entscheiden und alles dafür tun werden, dass es nicht zum Krieg kommt.

Die Welt verändert sich mit rasanter Geschwindigkeit. Geopolitisch kommt es zu Verschiebungen, die Bewährtes infrage stellen …
… das ist grundsätzlich sicherlich richtig. Aber vergessen wir bitte nicht, dass es geopolitische Verschiebungen seit Beginn der Zivilisation gibt. Längst verfallene Reiche haben einst die Welt beherrscht. Andere sind hoch aufgestiegen und dann tief gefallen. Es war immer der Anspruch des Menschen, Länder zu erobern oder den Machtbereich auszuweiten. Insofern sind geopolitische Machtansprüche absolut nichts Neues für uns. Zumal diese Veränderungen im Grunde genommen wichtige Bestandteile oder Merkmale der Geschichte sind.
Dennoch halte ich das, was derzeit passiert, nicht für gut. Wir wissen nicht, wie China in den kommenden Jahren handeln wird. Was passiert in Russland? Wie geht es mit Amerika weiter? Unbeantwortete Fragen, die nicht unbedingt positiv stimmen.

Dazu kommt:  Rechte Staatsführer drängen auf politischen Wandel…
Ja, das ist alles richtig. Und es sind tatsächlich keine guten Änderungen. Allein der neue Nationalismus ist brandgefährlich und lockt die Menschen auf eine falsche Fährte. Es wird schon kritisch, wenn es heißt, mein Land ist besser als alle anderen. Kein Land ist besser als ein anderes. Auch nicht Amerika oder China. Ich hätte mir diesen neuen Nationalismus nie vorstellen können, auch bei uns in Großbritannien nicht. Aber er ist vorhanden und manifestiert sich in meiner Heimat durch den Brexit.

Den Sie als Kosmopolit ablehnen?
Ja, total. Ich habe damals dagegen gestimmt und wünschte mir, wir wären nicht aus der EU ausgetreten. Der Brexit bedeutet bis heute einen großen Rückschritt für unser Land. Die Konsequenzen sind noch lange nicht alle absehbar.

Haben wir unsere bisherigen moralischen Werte vergessen?
Nein, das will ich nicht glauben. Die Welt ist im Wandel. Das ist unbestritten. Aber ich bin davon überzeugt, dass der Großteil der Menschen – und auch die meisten Politiker – an moralischen Werten und Maßstäben – so wie wir sie bisher kennen – nach wie vor festhalten.
Aber sicherlich gibt es auch andere, die wie unser Premierminister Boris Johnson ständig das Blaue vom Himmel lügen, ohne dass es ihrer Karriere schadet.

 Auch in Never gibt es viele Personen, die den Leser an das Gute im Menschen zweifeln lassen.
Oh, ist das so? In meinem neuen Roman tauchen doch sehr viele positive Charaktere auf: die Amerikanerin Tamara, der Franzose Tab, der Chinese Chang Kai. Nicht zu vergessen Abdul aus Beirut und Kiah aus dem Tschad.
Sie alle wollen etwas verändern, haben Ziele und kämpfen für ihre gute Sache. Insofern glaube ich nach wie vor an das Gute im Menschen. Damit nicht genug, ich bin davon überzeugt, dass nach wie vor viele Menschen aufstehen und für das Gute kämpfen.

Aber die Frage bleibt doch, ob sie auch eine Chance gegen das Böse oder Übermächtige haben?
Es wäre doch schlimm, wenn ich glauben würde, dass die Guten keine Chance hätten. Ich kann nicht sagen, ob der Erfolg garantiert ist. Aber eine Chance, ja, die haben sie!

 

 

Spartanische Doppelböden, kratzende Bettdecken, rauher Filzboden, kahle – mit Befehlen beklebte – Bunkerwände. Einst hatte das Gelände höchste Sicherheitspriorität. Der Bunker wurde 38 Meter unter der Erde errichtet. Sein Eingang führt durch einen gewöhnlich aussehenden Bungalow – ein normales Wachhaus –  zwischen Bäumen. Im Inneren des Bungalows führt ein 100 Meter langer Tunnel in die unterste Etage des dreistöckigen Bunkers.  Oberhalb des Erdbodens  stehen zwei weitere Stockwerke. Foto/Copyright: Olivier Favre

Beziehen Sie das auch auf den sogenannten „Kleinen Mann“, den Unbekannten von der Straße?
Für ihn ist es sicherlich nicht immer ganz einfach. Aber die Geschichte beweist immer wieder, was alles möglich ist. Die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR ist dafür doch das beste Beispiel.

Apropos Mauerfall. Glauben Sie, dass durch ihn viele radikale Veränderungen in der Welt und den Gesellschaften beschleunigt wurden?
Ja und nein. Alle dachten 1989, als die Steine bröckelten, dass sich nun die Welt radikal ändern würde. Das ist sicherlich auch passiert. Zum Beispiel bei Ihnen in Deutschland. Aber betrachten wir doch die damalige UdSSR. Ihr Zerfall wurde auch durch den Mauerfall eingeläutet. Wie wir heute sehen, hat sich die Situation der Bevölkerung in der Sowjetunion bis heute nicht verändert. Nichts ist anders als vor dem Mauerfall: Die Menschen werden nach wie vor von einem mächtigen Geheimdienst und einer brutalen Polizei kontrolliert. Die Russen sind teilweise ärmer als vor 1989, während die herrschende Klasse und ihre Schergen reicher und mächtiger sind als jemals zuvor. Auch gibt es keine freie Meinungsäußerung in Russland. Das Land wird immer noch diktatorisch regiert. Der Mauerfall hat die Russen nicht weitergebracht.

Die Welt glaubte nach dem Mauerfall an eine lange Zeit des Friedens ohne Kriege. Das Gegenteil ist eingetreten. Es gab noch nie so viele regionale und internationale Konflikte …
…das ist erschreckend, aber leider wahr. Darüber müssen wir nachdenken und nach Lösungen suchen.

Was können wir denn überhaupt unternehmen, damit es nie wieder Krieg gibt?                                                                                                                               Das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann – die meiner Meinung nach sogar niemand beantworten kann. Ja, auch ich teile den Wunsch nach Frieden und die guten Absichten, die von so vielen Organisationen ausgehen. Aber es spielen so viele Komponenten eine Rolle, als dass es die eine Antwort geben könnte. Was ich aber weiß: Kriege zu verhindern, setzt in der Politik Ruhe und Bedachtsamkeit voraus. Es bedarf aber oft viel Mut, zu sagen: Ich schicke mein Land nicht in einen Krieg.

Deutschland, England und Europa spielen im Buch keine Rolle. Sind sie die Verlierer der globalen Änderungen?
Nein, ich glaube grundsätzlich, dass gerade Europa wichtig für die politische Welt ist. Besonders unter wirtschaftlichen Aspekten. Europa könnte in der ökonomischen Welt eine viel größere Rolle spielen. Auch wenn es im Moment vielleicht nicht so aussieht, aber Europa ist im Kampf gegen eine Übermacht Chinas am besten aufgestellt, um Kontra zu geben.

1989 wechselten Sie Ihr Image und schrieben seitdem historische Romane anstatt Thriller. Ihr erster Roman „Die Säulen der Erde“, die Geschichte über den Bau einer Kathedrale in England, hat sich bis heute weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft.  Tatsächlich hatten Ihre Fans und die Verleger wieder mit einem Historienepos gerechnet und nun erscheint ein weltumspannendes, actiongeladenes Drama, das in der Gegenwart spielt.
Das ist richtig. Ich habe Never aus zwei Gründen geschrieben. Zum einen bin ich davon überzeugt, dass meine Grundidee eine sehr gute Geschichte für einen Roman ist. Zum anderen wollte ich eine persönliche Veränderung, sagen wir ruhig: Ich wollte mich ein wenig neu erfinden, so wie es andere Künstler auch immer wieder machen. Also habe ich mich von einem historischen Roman verabschiedet und mich mit der Gegenwart beschäftigt. Das Buch war für mich inhaltlich tatsächlich etwas völlig Neues, auch mit seinem Ende. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass meine Leserinnen und Leser spüren, wie wichtig mir der Wandel war. Ich bin wahnsinnig auf die Reaktionen gespannt.

Wie haben Ihre Verleger reagiert?
Sie waren begeistert von der Idee. Ich habe mich sehr über die große Zustimmung gefreut und fühlte mich tatsächlich sogar geschmeichelt. Jetzt sind wir alle auf die Leserreaktionen gespannt.

Was ist einfacher, für einen historischen Roman zu recherchieren oder für ein Buch, das in unserer Zeit spielt?
Natürlich ist ein aktuelles Thema leichter zu recherchieren als ein historisches. Wenn ich über das 16. Jahrhundert schreibe, muss ich eigentlich alles über den Alltag recherchieren. Ich kann nicht einfach behaupten, dass ein Mann gegrillte Würstchen liebt, wenn ich noch nicht einmal weiß, ob es damals schon Grillwürstchen gab. Solche Kleinigkeiten muss ich für ein aktuelles Thema nicht recherchieren, das weiß jeder. Dennoch bleibt viel Arbeit. So mussten auch für Never viele Fragen beantwortet und entsprechend recherchiert werden. Zum Beispiel, über wie viele Waffen jedes Land verfügt und welche es besitzt.

Was machen Sie eigentlich am 9. November, dem weltweiten Erscheinungstag von Never?
Auf keinen Fall feiern. Dafür ist es viel zu früh. Never könnte ja auch ein Flop werden. Nein, ich werde an meinem Schreibtisch sitzen und Interviews geben. So wie es meine Verleger wünschen

Ohne den Plot Ihres Buchs zu verraten. Was glauben Sie: Ist das Ende reine Fiktion oder denkbar?
Möglich ist tatsächlich alles…

Schreiben Sie bereits wieder am nächsten Roman?
Tatsächlich habe ich mit den Vorbereitungen begonnen und erste Entwürfe zu Papier gebracht.

Wird es dann wieder ein historischer Roman?
Lassen Sie sich überraschen. In spätestens drei Jahren – wenn alles gut geht – können Sie das Buch lesen.

Ob vor einem Schloss, einem Landhaus, im Atombunker, an einem kleinen Schiff oder im Club – der britische Gentleman Ken Follett macht immer eine gute Figur und verbreitet den Hauch von englischem Understatement.
Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 als Kenneth Martin Follett in Cardiff (Wales) als erster von drei Jungen des Ehepaares Veenie und Martin Follett geboren. Als er zehn Jahre alt, war zog seine Familie nach London.
Seine streng religiösen Eltern erlaubten dem Jungen weder Radio noch Fernsehen, so dass er schon früh lesen und schreiben lernte und sich in Bücher vertiefte.
Nach der Schule studierte Ken Follett Philosophie am University College in London. Noch während des Studiums heiratete er seine schwangere Freundin Mary, die im Juni 1968 Sohn Emanuele zur Welt brachte.
Tochter Marie-Claire wurde 1973 geboren – zu einer Zeit als Follett noch Reporter beim „South World Echo“ in Cardiff war.
Doch Ken Follett merkte, dass Enthüllungsjournalismus nichts für ihn ist, und so verlegte er sich auf das Schreiben. Den internationalen Durchbruch schaffte er 1978 mit dem Agententhriller „Die Nadel“, der 1980 erfolgreich mit Donald Sutherland in der Hauptrolle verfilmt wurde. Bis heute hat Ken Follett über 175 Millionen Exemplare seiner 36 Bücher verkauft und zählt zu den erfolgreichsten Bestseller-Autoren der Welt.
Das Porträt im Freien stammt von Barbara Follett und wurde 2021 aufgenommen. Die anderen sieben Fotos inklusive Copyright: Olivier Favre.
Alle Bilder wurden uns von Bastei Lübbe überlassen.

Bücher von Ken Follett

2021-11-08T09:51:33+00:00

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