#stolzaufVielfalt:

Kulturinstitutionen starten gemeinsame Kampagne

 

Breites Bündnis lädt zum Mitmachen ein

 

 

Nach den Vorstellungen der AfD sollten öffentliche Fördergelder künftig nur noch an Kultureinrichtungen fließen, die sich zur deutschen Kultur und zum demokratischen Gemeinwesen bekennen. Die Partei argumentierte, der Staat solle keine Kunst fördern, die sich gegen Deutschland richte. Solche Kunst wolle die AfD nicht verbieten, aber nicht länger mit Steuergeldern unterstützen.

Bildungsminister Jan Riedel (CDU) warf der AfD vor, die Kunstfreiheit infrage zu stellen. „Niemand, der heute zuhört, wird später sagen können, er habe nicht gewusst, was die AfD erreichen will“, sagte er. Die Forderung der Partei sei das Gegenteil von Kunstfreiheit. Die Kunstfreiheit schütze Kunst gerade vor staatlicher Einflussnahme.

Die AfD, die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ geführt wird, will nun entscheiden, was deutsche Kultur ist. Damit würde allerdings viel an Kultur verloren gehen, viele Initiativen stünden vor dem Aus.
Das Theater der Altmark in Stendal soll nach dem Willen der AfD weniger unterstützt werden, das Bauhaus in Dessau wurde als „Irrweg der Moderne“ bezeichnet. Nur einige Beispiele…

Schon im April hatte die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt eine, von mittlerweile 67 Kulturinstitutionen unterschriebene Erklärung veröffentlicht, in der sie sich gegen die „neue patriotische Kulturpolitik der AfD“ wendet.
Es taten sich Kultureinrichtungen und Stiftungen zusammen, um gegen diese Denkrichtung zu steuern. Diese Institutionen wollen zeigen, wie wichtig eine Vielfalt in Kunst und Kultur ist, wie sich Gedanken ergänzen und vereinen können – und wie stolz jeder gerade auf diese Vielfalt sein sollte:

Bündnis „Kultur ist Vielfalt und Heimat“ – Ferropolis Stiftung Industriekultur gGmbH – Franckesche Stiftungen – KulturstiftungDessau-Wörlitz – Kulturstiftung Sachsen-Anhalt – Kunststiftung Sachsen-Anhalt – Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. – Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. -Stiftung Bauhaus Dessau – Stiftung Evangelisches Anhalt – Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt – Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt – Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz – Werkleitz Gesellschaft e. V.

Worauf können wir in Sachsen-Anhalt stolz sein?

Mit dieser Frage startete ein breites Bündnis von Kulturinstitutionen die Kampagne #stolzaufVielfalt. Sie lädt Menschen und Institutionen im ganzen Land dazu ein, sichtbar zu machen, was Sachsen-Anhalt prägt, was uns verbindet, was unsereKultur ist.

Unter dem Hashtag #stolzaufVielfalt werden daher ab sofort zahlreiche Motive und Botschaften in den sozialen Medien veröffentlicht. Sie zeigen unterschiedliche Perspektiven auf unser Land: Stolz auf Handwerk und Erfindergeist, Stolz auf Erinnern und Verantwortung, Stolz auf Kultur und Kreativität, Stolz auf Wissenschaft und Bildung sowie Stolz auf Ehrenamt und demokratisches Engagement. So entsteht ein vielstimmiges Bild dessen, was unser Bundesland ausmacht.

Die Kampagne steht für Vielfalt, demokratische Offenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie macht deutlich, dass die unterschiedlichen Menschen, Erfahrungen und Perspektiven in unserem Land keine Gegensätze sind, sondern eine gemeinsame Stärke, unsere Kultur.

Jetzt geht es erneut darum, die Mehrheit im Bundesland sichtbar zu machen, die Vielfalt schätzt und sich gegen eine Gleichschaltung sichtbar wehrt.

V wie Vielfalt – und wie Victory

Die Gestaltung der Kampagne, die mit ihren leuchtenden Farben deutlich sichtbar ist, stammt vom Bauhaus Dessau, von dem Designer Oliver Klimpel, der als Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst unterrichtet hat und heute die Kuratorische Werkstatt am Bauhaus Dessau leitet.

Im Mittelpunkt steht das V – für Vielfalt und als Victory-Zeichen.

Es ist ein aktives Symbol, das für zivilgesellschaftliches Engagement steht und es gleichzeitig mit (Pop)kultur verbindet und nicht nur in den Social Media, sondern auch auf Buttons und Badges funktioniert.

Leuchtend sichtbar werden – Einladung an alle

Damit auch Teilnehmende, die nicht so Illustrator-, Photoshop- oder InDesign-affin sind, es problemlos nutzen können, ist das Visual nicht zu komplex. Aber es ist umso einprägsamer  mit den leuchtenden Farben, die kräftig und positiv sind. Die Kampagne versteht sich als offene Einladung an alle, die interessiert sind, sich zu beteiligen – von Einzelpersonen über Kultureinrichtungen, Stiftungen, Vereinen, Unternehmen und Kommunen.

Es geht darum, ein gemeinsames Zeichen für ein weltoffenes und vielfältiges Sachsen-Anhalt zu setzen – und das sichtbar zu machen. Denn selbst wenn aktuelle Wahlprognosen zutreffen, steht die Mehrheit in Sachsen-Anhalt genau dafür.