Theaterpreisverleihung am Theater der Altmark begleitet vom „blauen Wind“
Patricia Hachtel und Niclas Ramdohr ausgezeichnet – Förderverein des TdA belohnt herausragende Leistungen in der abgelaufenen Spielzeit
Seit der Spielzeit 2001/2002 zeichnet der Förderverein des TdA (Theater der Altmark) jedes Jahr eine Schauspielerin oder einen Schauspieler mit dem Stendaler Theaterpreis aus.
In der Spielzeit 2014/2015 kam ein zweiter Theaterpreis, für eine herausragende Inszenierung, dazu. Für die Ermittlung dieses Preisträgers wird eine Jury eingesetzt.

Das Kleine Haus des TdA ©ik
Von Thomas Pfundtner
Stendal – Die Verleihung des Theaterpreises für die beste schauspielerische Leistung und die beste Regie am Theater der Altmark (TdA) gehört zum Stendaler Kulturleben wie die Musikschule, das Winckelmann-Museum oder vieles andere.
Seit der Spielzeit 2001/2002 wurde zuerst die beste Schauspielerin oder der beste Darsteller einer abgelaufenen Spielzeit durch eine Jury des „Fördervereins des TdA“ ermittelt. Dies wurde vor elf Jahren geändert und allen Fördervereinsmitgliedern die Möglichkeit gegeben, ihre Stimme bei der Wahl abzugeben.
Seit der Spielzeit 2014/2015 wird ein zweiter Preis für eine herausragende Inszenierung verliehen. Für die Ermittlung der besten Regie wurde eine Jury eingesetzt.
In diesem Jahr fand die Veranstaltung im Kleinen Haus im Theater der Altmark statt. Unter den Gästen waren auch der Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Jan Riedel; Axel Kleefeldt, der stellvertretende Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal; Landrat Patrick Puhlmann, der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Hansestadt Salzwedel Olaf Meining sowie der ehemalige Bürgermeister der Hansestadt Stendal Klaus Schmotz mit seiner Frau und einer der bekanntesten Notare vor Ort, Klaus Mohnhaupt.
Das hat der Förderverein nicht verdient

Prof. Nellessen und Intendantin Dorotty Szalma eröffneten mit ihren Reden den Abend.©T.Pfundtner
Obwohl die Theaterpreisverleihung jedes Jahr nicht nur eine wichtige, sondern auch eine wunderbare Veranstaltung ist, lichtet sich die Zahl der Besucher unerklärlicherweise von Jahr zu Jahr. Die meisten Vereine, Organisationen oder gemeinnützigen Einrichtungen glänzen durch Abwesenheit. Und auch das Theaterpublikum, das laut der Intendantin Dorotty Szalma, sich ständig vergrößert, scheint nicht so das große Interesse an ihren Schauspielern, den Regisseuren und dem Haus an sich zu haben. Das ist mehr als traurig und wird dem hohen Engagement des Theaterfördervereins leider in keiner Weise gerecht.
Gerade in Zeiten „in denen der blaue Wind durch Sachsen-Anhalt, die Altmark und die Straßen der Hansestadt weht“, wie Professor Ulrich Nellessen, Vorsitzender des Fördervereins in seiner kurzen Begrüßungsrede sagte, „dürfen wir uns nicht entmutigen lassen, sondern müssen mit Zivilcourage entgegenwirken.“ Und dazu gehört eben auch, eine derartig hochkarätige und wichtige Veranstaltung zu besuchen, von denen es nicht viele in der Hansestadt gibt. Nellessen, der die Veranstaltung offiziell eröffnete, bedankte sich bei allen Organisatoren des Abends: „Ich konnte alles nur von der Seite beobachten“, sagte er, lächelte und fuhr fort: „krankheitsbedingt – und leider immer noch in der Genesungsphase.“
Der blaue Wind hat das Theater erreicht

Bildungsminister Jan Riedel, der sich eindeutig zum Kulturbetrieb am TdA bekannte.©T.Pfundtner
Mit seinen kurzen Ausführungen hatte er nicht nur die Veranstaltung eröffnet, sondern auch den Reigen der Grußworte. Ihm folgte Dorotty Szalma, Intendantin des Hauses. Sie wehrte sich gegen die Vorwürfe, sie würde mit ihren Reden und Ausführungen über die Probleme, die eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt für die Kultur bedeuten wird, der blauen Partei zu viel Raum geben. „Damit würde ich unser Theater Gefahr bringen.“ Sie sähe das anders, denn seit den Wahlen der AfD habe sie festgestellt, dass die Angst auch im Theater besteht. „Die Spaltung ist schon da“, sagte sie und fuhr fort, „niemand wird mir das Wort verbieten können. Lassen wir nicht zu, dass wir anfangen, uns zu hassen."
Der Bildungsminister von Sachsen-Anhalt Jan Riedel ging auf diese Worte ein und betonte zu Beginn seiner Ausführungen: „Frau Szalma, ja, die Spaltung ist schon los. Aufrechte Demokraten müssen jetzt zusammenhalten, um dem blauen Wind – ohne Hass oder Angst – entgegentreten zu können.“
Riedel, der mittlerweile auch das Amt von Rainer Robra als Verantwortlicher für Kulturpolitik in der Staatskanzlei der noch bestehenden Landesregierung übernommen hatte, bedankte sich dann beim Förderverein: „Dieser Abend ist ein echter Höhepunkt im Kulturkalender der Hansestadt Stendal. Der Verein „Freunde und Förderer des Theaters der Altmark“ leistet einen wichtigen Beitrag, um das Theater in dieser Region lebendig zu erhalten. Er unterstützt das Theater materiell, vertritt seine Interessen nach außen und setzt sich ein für den Erhalt als künstlerischen freien und unabhängigen Raum.“ Dann wies er darauf hin, dass der Verein seit nunmehr 25 Jahren diesen Theaterpreis vergibt und diese Tradition auch weiterführen wird: „Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland setzen sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft ein. Auch Sachsen-Anhalt verfügt über eine besonders vielfältige Landschaft von Kulturvereinen... In Sachsen-Anhalt", so der Minister „gibt es 679 Kulturfördervereine, darunter 134 in den Bereichen Musik, Tanz und Theater – fast jeder dritte Kulturförderverein ist im ländlichen Raum tätig. Auch der Förderverein des TdA verbindet Bühne und Publikum, unterstützt die künstlerische Arbeit und stärkt das Theater als Ort der Begegnung und des gesellschaftlichen Dialogs. All jenen, die sich im Förderverein engagieren, gilt deshalb mein herzlicher Dank, ebenso allen Mitarbeitenden des Theaters, den Künstlerinnen und Künstlern vor und hinter der Bühne sowie Ihnen, liebes Publikum.“
„Das Land beschützt die Kunst durch Gesetze"

Die musikalische Begleitung gestalteten Patricia Hachtel und Marcel Kaiser mit zwei Liedern aus dem diesjährigen musikalischen Theaterstück zu Weihnachten: „An der Arche um acht", dessen Premiere am Samstag, 31.10.2026, um 15 Uhr im Großen Haus stattfindet.©T.Pfundtner
Zum Schluss seiner Rede kam Jan Riedel dann erneut auf den blauen Wind zurück und verwies auf das Kulturfördergesetz von Sachsen-Anhalt, in dem Kultur und Wissenschaft besonderen Schutz genießen (siehe grauen Kasten). Landrat Patrick Puhlmann, der nahe des Theaters wohnt, betonte „wie schön es sei, dass das TdA nicht nur im eigenen Haus spielt, sondern immer mehr in Schulen geht, durch das Land zieht und somit diese Hochkultur allen zugänglich macht.“ Auch er sieht eine Gefahr für das Theater durch den blauen Wind: „Deshalb ist es an der Zeit, selbst etwas zu tun“ und übergab seinen Aufnahmeantrag an den Vorsitzenden des Fördervereins, was zu großem Applaus führte. Auch für unseren Landrat steht die Unabhängigkeit der Kunst – egal welcher Art ganz weit oben auf seiner Prioritätenliste „und deshalb kann die Arbeit, wie sie der Förderverein leistet, nicht hoch genug wertgeschätzt werden."
Stendals stellvertretender Oberbürgermeister Axel Kleefeldt hatte keine Grußworte vorbereitet, „da ich immer der letzte Redner bin und doch eigentlich alles bereits gesagt wurde.“ Er erzählte, dass er seit 34 Jahren mit dem TdA beschäftigt ist und sich immer wieder für das Haus eingesetzt hat: „Es gab schwierige Zeiten und viele Auseinandersetzungen um das Haus. Aber das Theater ist geblieben. Und so wird es auch in Zukunft sein. Wir werden auch künftig einen Konsens finden ...“ Womit er wohl sagen wollte, trotz AfD.
Charmante Moderatorin führte durch den Abend

Christiane Dittmann hält die Laudatio für die überraschte Patricia Hachtel.©T.Pfundtner

Patricia Hachtel wird für die besondere Aufführung von „Der kleine Prinz" ausgezeichnet.©T.Pfundtner
Dann leitete Julia Lehmann charmant auf den eigentlichen Grund des Abends hin – die Verleihung der Theaterpreise. Dafür bat sie Christine Dittmann, einst langjähriges Vorstandsmitglied des TdA, die die Laudatio für die beste Regie hielt. Schnell war klar, dass Patricia Hachtel, Oberspielleiterin am TdA, die Auszeichnung für die Inszenierung von „Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry erhält. „Der kleine Prinz gehört zu jenen Geschichten, die viele von uns seit der Kindheit begleiten. Wir glauben, sie zu kennen. Ihre Figuren, ihre Bilder, ihre berühmten Sätze. Umso größer ist die Kunst, uns diese vertraute Geschichte neu sehen, neu hören und neu erleben zu lassen. Patricia Hachtel ist genau das gelungen. Auf der Grundlage der Bühnenfassung von Kerstin Slawek, ebenfalls Ensemblemitglied des TdA, hat sie einen Theaterabend geschaffen, der die poetische Kraft des Stoffes bewahrt und zugleich eine ganz eigene Bühnenwelt entstehen lässt.“ Charlotte Dittmann betonte, dass es sie besonders beeindruckt hat, dass diese Inszenierung kleine und große Zuschauerinnen und Zuschauer gleichermaßen erreicht hat: „Kinder konnten der Fantasie, den Bildern und den Begegnungen des kleinen Prinzen folgen. Erwachsene fanden darin die großen Fragen der Geschichte wieder:
Was macht Freundschaft aus?
Was ist wirklich wichtig?
Was bedeutet Verantwortung?
Und was verlieren wir vielleicht aus dem Blick, wenn wir erwachsen werden?
Charlotte Dittman schloss ihre berührende Rede mit den Worten: „Die Jury hat sich für eine Regiearbeit entschieden, die mit großer Behutsamkeit von Annäherung und Freundschaft erzählt... Und für einen Theaterabend, der uns vor Augen führt, wie sehr Offenheit für das Fremde unseren inneren Reichtum vermehren kann.“ Unter dem großen Applaus des Publikums eilte eine völlig fassungslose Patricia Hachtel auf die Bühne: „Der Wahnsinn, der Wahnsinn. Ich fasse es nicht.“ Zu Tränen gerührt, bedankte sie sich beim Theaterverein, ihren tollen Schauspielern, der perfekten Technik, den „super Kostümen" und noch einmal beim Theaterverein, „der das Stück finanziell mit einem besonderen Licht für die Bühne unterstützt hat.“
Niclas Ramdohr bittet Ensemble um Entschuldigung

Gudrun Wilke, Schatzmeisterin des TdA, hielt die Laudatio für Niclas Ramdohr.©T.Pfundtner

Niclas Ramdohr bedankt sich für die Wertschätzung.©T.Pfundtner
Als Letztes trat Vereins-Schatzmeisterin Gudrun Wilke auf die Bühne, um die beste Schauspielerin oder den besten Schauspieler auszuzeichnen. Sie betonte, dass eigentlich alle Schauspieler einen Theaterpreis verdient hätten. Dann legte sie los. Und eigentlich war bei ihrem zweiten Satz klar, wer den Theaterpreis erhält. Denn Gudrun Wilke zählte eine Palette von Musikinstrumenten auf, und wies darauf hin, dass der Preisträger so als junger Mann den Einstieg ins Theater schaffte. Zwar nannte sie seinen Namen bis zum Ende der Rede nicht, aber jeder im Saal wusste: Der Preis geht an das Multitalent auf Bühne und an Instrumenten: Niclas Ramdohr!
„Im Jahr 2020 kam er als Musikalischer Leiter ans Theater der Altmark Stendal, um hier für ziemlich viel Bewegung zu sorgen. Die Volksstimme bezeichnete ihn damals als jemanden, für den „der Wechsel die Konstante“ seines Berufslebens ist. Er hatte bis dahin freiberuflich gearbeitet. Seine Festanstellung in Stendal ist deshalb etwas Besonderes. Irgendwann ist eben der Moment gekommen, sesshafter zu werden.“
Dann würdigte die Schatzmeisterin die fabelhaften Leistungen des Preisträgers am TdA. Von der „Rocky Horror Show", „Da rennt der Schmäh“, „Peter Schlager“ oder die legendären Hildegard-Knef-Abende, bei denen er mit der unvergessenen Schauspielerin Susanne Ihlenfeld auf der Bühne stand und vieles mehr. Gudrun Wilke beendete ihre Rede mit den Worten: „In Kurzfassung, die Person, die wir heute auszeichnen wollen, kann alles: Komponist, Musikalischer Leiter, Arrangeur, Schauspieler, Hauptdarsteller!“
Nach diesen Worten brachen alle Dämme: Die anwesenden Schauspielerinnen und Schauspieler sprangen auf, pfiffen und johlten. Das Publikum klatschte begeistert und erhob sich ebenfalls. Und ein völlig entgeisterter Niclas Ramdohr kam unter Schulterklopfen der Gäste aus der letzten Reihe auf die Bühne: „Ich bin doch gar kein Schauspieler. Ich will doch niemandem aus dem Ensemble einen Preis wegnehmen“, „entschuldigte“ er sich zu Tränen gerührt beim Ensemble Dann wurde er ernst, sprach von Wertschätzung, Werte schätzen: „Wer seine Mitarbeiter wertschätzt, wird Werte schöpfen“, sagte er und bedankte sich beim Theaterverein „für diese wunderbare Wertschätzung.“ Und er versprach, dass dieser Preise nirgendwo verstauben wird, sondern einen „Ehrenplatz“ erhält.

Die Ausgezeichneten und alle Mitwirkenden auf der Bühne im Kleinen Haus.©T.Pfundtner
Verleihungs-Splitter:

Neuer Caterer bietet Leckeres.©T.Pfundtner

Smalltalk nach der Veranstaltung.©T.Pfundtner
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Preisträger Niclas Ramdohr kam vor der Veranstaltung in Jeans, schmiss sich aber vor Beginn noch in eine dunkle Schale.
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Neue Besen fegen schmackhaft: Seit das Team der „Spielunke" in Stendal das Catering übernommen hat, weht ein verführerischer Duft nach Premieren oder bei der Preisverleihung durch das TdA: Leckere Pasteten, kleine verführerische Häppchen, Sandwiches und vieles mehr bereichern das Angebot. Da bleibt man gern noch etwas länger ...
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Professor Ulrich Nellessen (74), der nach langer Krankheit immer noch an Krücken geht und Notar Klaus Mohnhaupt, der vor kurzem seinen 65. Geburtstag im „Anker“ in Arneburg feierte, philosophierten nach der Veranstaltung über Krankheit und Alter: „Das dauert mir alles viel zu lange“, beschwerte sich der Mediziner. Worauf der Notar lächelnd konterte: „Geduld und Bewegung sind die beste Medizin.“ Da mussten beide schmunzeln und verließen gemeinsam den Theatersaal.
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Theaterkatze Lotte wartete während der Preisverleihung am Bühneneingang. Doch als Preisträgerin Patricia Hachtel ins Freie kam, begann das große Miau: „Ja, ich weiß, Du hast Hunger“, rief die Oberspielleiterin, „ich hole Dir sofort Dein Fresschen“ und eilte Richtung Katzenfutter-Lager.
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Minister Jan Riedel kam in einem schwarzen BMW zur Preisverleihung, was für Irritationen sorgte. Die Lösung: „Das ist ein Leihwagen“, sagte uns Riedels Fahrer, „das andere Auto ist in der Werkstatt." Was wieder beweist: Es gibt keine dummen Fragen ...
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Stress für Moderatorin Julia Lehmann: Eine Woche bereitete sie sich auf den Verleihungsabend vor. „Dabei war ich krank“, sagte sie www.journalismus.-buecher-pfundtner.de
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Kunst- und Wissenschaftsfreiheit, Art. 5 Abs. 3 GG
Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG schützt die Freiheit der Kunst und der Wissenschaft bzw. Forschung und Lehre. Es handelt sich bei diesen Grundrechten zum einen um klassische Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe und Einflussnahme. Daneben folgt aus diesen Grundrechten jedoch auch eine objektiv-rechtliche Gewährleistung. Daraus leitet das Bundesverfassungsgericht die Aufgabe des Staates ab - der sich auch als Kulturstaat versteht - „ein freiheitliches Kunstleben zu erhalten und zu fördern". In Bezug auf die Wissenschaft bedeutet dies, dass der Staat zur Einrichtung und Unterhaltung wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen verpflichtet ist.
Die Kunstfreiheit wird in Art. 5 Abs. 3 S. 1 Alt. 1 GG geschützt. Zunächst ist festzustellen, dass es eine einzige umfassende und allgemeingültige Definition des Begriffs „Kunst" nicht gibt. Allgemein lässt sich sagen, dass der Kunstbegriff weit auszulegen ist. So besteht Einigkeit darüber, dass es auf ein gewisses Niveau oder einen bestimmten Wert des Kunstwerks nicht ankommt. Kunst darf auch anstößig oder provokativ sein. Im Laufe der Zeit wurden zur genaueren Bestimmung verschiedene Kunstbegriffe entwickelt, welche in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nebeneinanderstehen. Fällt das in Rede stehende Kunstwerk unter einen der Kunstbegriffe, ist der Schutzbereich eröffnet:
Laut dem materialen Kunstbegriff liegt das Wesentliche der künstlerischen Betätigung darin, ob der betreffende Gegenstand oder Sachverhalt ein Ausdruck der freien schöpferischen Gestaltung ist, in der Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse des Künstlers dargestellt werden.
Kulturfördergesetz Sachsen-Anhalt
Der Landtag Sachsen-Anhalt hat den Gesetzesentwurf zur Förderung der Kunst und Kultur In Sachsen-Anhalt (Kulturfördergesetz des Landes Sachsen-Anhalt - KulturFöG LSA) verabschiedet. Es bündelt zentrale kulturelle Regelungen, stärkt bestehende Förderstrukturen und legt Ziele, Verfahren sowie Grundsätze fest.
„Die Verfassung, die sich das Volk von Sachsen-Anhalt 1992 in freier Selbstbestimmung gegeben hat, war auch ein Freiheitsversprechen an die Künste. Mit diesem Kulturfördergesetz lösen wir es vollständig ein und verankern die Unterstützung von Kunst und Kultur als Staatsziel erstmals als allgemeines Landesgesetz. Wir schaffen damit eine belastbare Basis für die Förderung und Entwicklung der Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt und sorgen für Rechtssicherheit, Transparenz und Verlässlichkeit – für die zuständigen Kultureinrichtungen und Stiftungen des Landes, gerade aber auch für die Kulturschaffenden und -einrichtungen in freier Trägerschaft." Rainer Robra, 20.05.2026
Das Gesetz, so Robra, enthalte wichtige Neuerungen wie die erstmalige gesetzliche Verankerung von Provenienzforschung, immateriellem und materiellem Kulturerbe, experimentellen Ausdrucksformen als lebendigem Beitrag zur Weiterentwicklung der Kunst und Kultur sowie eine Antirassismus- und Antisemitismusklausel. Es stärke die Strukturen für die vielen Teilhaberinnen und Teilhaber im Kulturland Sachsen-Anhalt, deren Arbeit auf Kontinuität angewiesen sei und wertvolle Angebote für alle Menschen schaffe: „Mit dem Kulturfördergesetz bekräftigt das Land die hohe Bedeutung der Kultur für eine freiheitliche Gesellschaft. Kunst und Kultur sind kein Luxus, sondern Fundament unserer Demokratie, unseres Zusammenhalts, unserer Identität und unserer Freiheit.“
Nach der Verleihung der Preise fanden sich die Gäste noch zu vielen, interessanten Gesprächen im Foyer und im Saal.© T.Pfundtner







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