Abenteuer Wohnmobil – oder was ein Camping-Muffel im Urlaub erlebt

Eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich erweitere meine Lebenserfahrung um ein neues Kapitel und lasse mich auf ein ganz spezielles Abenteuer ein. Wenn Sie mögen, nehme ich Sie mit auf eine abenteuerliche Reise.

Diese Reportagen wurden zuerst in der Volksstimme veröffentlicht. Meine Reportagenreihe begann am 5. Juni 2022.

Volksstimme-Autor (67) reist ohne jegliche Erfahrung mit einem fahrenden Hotel im Urlaub auf große Frankreich-Tour 

Vive la France!

Frankreich ist ein wunderbares

Reiseland mit vielen Attraktionen.

Seit 2010 gehört sogar die

„cuisine française“ zum Welterbe

der UNESCO.

Stendal.  Ja, ich wage es! Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich als Camper unterwegs sein – ­ in einem Wohnmobil ohne Navi, Rückfahrkamera oder anderen technischen Fahrkomfort.

Bisher habe ich immer nur Urlaub im Hotel gemacht. Am Swimmingpool, mit exquisiter Küche, freundlichem und stets zuvorkommendem Personal und gepflegten Drinks an der Bar.

Das tausche ich jetzt ein gegen Duschcontainer, Kochen auf zwei Kochfeldern mit Gas, Einkaufen in Supermärkten, vin rouge aus der Flasche oder Tetra Pak und alles selbst erledigen.

Es geht nach Frankreich: Zuerst zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans, dann an den Atlantik und die letzten Tage verbringen wir in dem kleinen Dorf Mons (584 Einwohner) im Département Hérault in Südfrankreich.  Sicherlich werden wir in knapp drei Wochen über 2.000 Kilometer zurücklegen.

Die ersten Einblicke erhalte ich schon vor dem Start.

Die Motivation zur abenteuerlichen

Reise ergab die Faszination des

24-Stunden-Rennens von Le Mans.

Das ist ein Langstreckenrennen

für Sportwagen, das vom Automobile

Club de l’Ouest seit 1923

veranstaltet wird.

Manchmal frage ich mich, wie konnte ich mich bloß darauf einlassen? Vom Verwöhnprogramm – zum Selfmade-Urlauber. Auf die Idee kam meine Lebensgefährtin. Sie reiste im vergangenen Jahr mit der Familie ihrer Schwester im Wohnwagen nach Le Mans zu dem Autorennen. Aus lauter Begeisterung ob „der tollwunderbar erholsamen Tage“ buchte sie gleich für dieses Jahr einen Stellplatz direkt an der Rennstrecke: „Eine unglaubliche Atmosphäre, nur nette Menschen. Und dann das Rennen, und, und…“, erzählte sie begeistert bei ihrer Rückkehr, um gleich Pläne zu schmieden: „Meine Mutter hat ein Wohnmobil. Das können wir bestimmt haben. Wenn Du nicht mitkommst, klinke ich mich wieder bei meiner Schwester ein. Also, was ist?“

Na, was sollte also sein, natürlich habe ich ohne zu zögern „Ja“ gesagt, – ohne mir weitere Gedanken zu machen.

Mit einem Urlaub ist es wie mit Weihnachten, er rückt unaufhaltsam näher. Seit einigen Wochen läuft die Planung auf Hochtouren:

Was muss alles mitgenommen werden?

Ich staune, als die „Ladeliste“ zusammengestellt wird: Sicher, Geschirr, Besteck und Töpfe leuchten mir ein. Aber bereits bei Handtüchern scheitere ich, werden die nicht – wie im Hotel – vom Campingplatz bereitgestellt?

„Natürlich nicht“, werde ich von meiner Freundin aufgeklärt, „wir müssen alles mitnehmen. Alles!“

„So viele Koffer besitzen wir doch gar nicht“, werfe ich ein.

„Dusselchen, überall im Wohnmobil sind doch Fächer, Ablagen und Stauräume. Da packen wir alles rein, muss nur noch mit Tüchern gesichert werden…“

So geht es weiter: Das Wohnmobil wird schwerer, der Platz weniger.

Werde ich Wohnmobil-Profi?

Urlaub – das wird nicht nur das

laute hektische Treiben bei

Le Mans sein. Die Landschaften

Frankreichs mit seinen

wunderschönen Ausblicken

und naturnahen, stillen Plätzen

werden das wahre freie

Urlaubsgefühl bieten.

Super, aus dem leeren Wohnmobil wird ein rollendes Hotel. Allerdings, als ein Familienmitglied moniert, dass der Fernseher fehlt, streike ich. „Den brauche ich im Urlaub nicht – weder im Wohnmobil, noch im Hotel.“

Dankbar bin ich dagegen für den Hinweis auf eine Gasflasche, zum Kochen samt Druckausgleichventil. Aber, woher nehmen und nicht stehlen? „Gibt’s in jedem Baumarkt.“

Aha! Gute Gelegenheit, das vollgepackte Wohnmobil noch einmal auf seine Fahreigenschaften zu testen.

Erste Feststellung: Die Reifen brauchen mehr Luft. Also vor dem Baumarkt ab zur Tankstelle.   Vorsichtig raus aus der Einfahrt – ohne Rückwärtskamera nicht ganz so einfach….

Doch dann funktioniert alles. Die Gasflasche ist installiert. Der Reifendruck stimmt.

Alles allein bewältigt. Ehrlich, ich fühle mich schon wie ein richtiger Wohnmobil-Profi…

Ob dem tatsächlich so ist, darüber werde ich Ihnen in den nächsten drei Wochen in der Volksstimme berichten. Ich lade Sie herzlich ein, an unserer Abenteuerfahrt durch Frankreich teilzunehmen. In der Nacht von Pfingstmontag auf Dienstag geht es los!

Fortsetzung folgt …